Jan Abrahamsz. van Beerstraten, Winterfreuden

Winterfreuden

Frierend in sich zusammengezogen läuft eine Frau mit zwei Kindern schnellen Schrittes zum Dorf. Diese kleine Gruppe (jongetje aan de hand met kolfstok) auf der rechten Seite des Gemäldes ist einzige Hinweis auf die Mühen des Winters. Sonst sieht man Menschen, die sich auf dem zugefrorenen Wasserlauf vergnügen. Hier gibt es Schlittschuhe, kleine Schlitten, die mit einem Stöckchen vorwärtsgestossen werden, und einen stattlichen Pferdeschlitten.

Paare, die gemeinsam Schlittschuh laufen, stellen ein neues Kapittel in der Geschichte des privaten Lebens dar. Bis dahin zeigte man sich als Paar zu repräsentativen Anlässen, die Zweisamkeit blieb im Häuslichen verborgen. Die gesellschaftliche Dynamik der Niederlande brachte die Neuerung hervor, dass Ehepaar als Privatleute gemeinsam im öffentlichen Raum sichtbar wurden.

Das Werk von Jan van Beerstraten (1622 - 1666) umfasst neben Schiffs- und Hafenszenen zahlreiche Winterbilder. Landschaften in Eis und Schnee wurden afgrund der sogenannten kleinen Eiszeit zu einem gesuchten Bildthema. Häufig steuert Beerstraten den Bildaufbau durch eine ausgeklügelte Perspektive: Hier wird die Blickrichtung nach hinten links geführt.

Öl auf Leinwand, ohne Masse

Musée d'Art et d'Histoire, Genf

Bron: Do Smit